Strategy, das von Michael Saylor geführte Unternehmen, distanziert sich vorübergehend von seiner aggressiven Bitcoin-Akkumulation, da es sich auf die Veröffentlichung seines Ergebnisberichts für das erste Quartal 2026 vorbereitet.
Laut aktuellen Meldungen wird das Unternehmen diese Woche vor der Veröffentlichung seiner Geschäftszahlen am 5. Mai keine Bitcoins mehr erwerben. Diese Pause folgt auf eine längere Phase starker Akkumulation, die Strategy zu einem der größten institutionellen Bitcoin-Inhaber gemacht hat.
Der Bitcoin-Bestand des Unternehmens hat nun erreicht ca. 818,334 BTCDamit bekräftigt Strategy seine langjährige Strategie, Bitcoin als zentrale Reservewährung zu behandeln. Allein im vorangegangenen Quartal erwarb Strategy rund 89,600 BTC zu einem Gesamtpreis von etwa 5.5 Milliarden US-Dollar, was den Umfang und die Kontinuität seiner Kaufstrategie unterstreicht.
Auch wenn der kurzfristige Handelsstopp bemerkenswert erscheinen mag, deutet er nicht auf eine generelle Abkehr von Bitcoin hin. Stattdessen richtet sich die Aufmerksamkeit zunehmend darauf, wie das Unternehmen künftige Käufe finanzieren will, wobei sein Vorzugsaktienprogramm eine zentrale Rolle spielt.
Strategy nutzt seine „Stretch“-Vorzugsaktien (STRC), um Kapital für weitere Bitcoin-Akquisitionen zu beschaffen. Diese Aktien sind auf einkommensorientierte Anleger zugeschnitten und bieten attraktive Dividendenrenditen von zuletzt rund 11.5 %.
Um die Nachfrage nach STRC zu stärken und den Marktpreis zu stabilisieren, schlägt das Unternehmen eine Änderung der Dividendenausschüttung vor. Anstelle monatlicher Auszahlungen plant Strategy die Umstellung auf eine halbmonatliche Struktur, sodass Anleger zweimal im Monat Zahlungen erhalten würden.
Laut Michael Saylor soll die Anpassung die Preisstabilität fördern und das Interesse der Anleger an den Vorzugsaktien steigern. Die Aktie notierte zuletzt unter ihrem Nennwert von 100 US-Dollar, und das Unternehmen sucht aktiv nach Möglichkeiten, dieses Niveau zu halten.
Phong Le, CEO von Strategy, hatte zuvor darauf hingewiesen, dass der Aktienkurs nach wichtigen Stichtagen im Zusammenhang mit der Dividendenberechtigung häufig sinkt. Durch die Erhöhung der Ausschüttungshäufigkeit will das Unternehmen die Volatilität in diesen Zeiträumen reduzieren und die Investition attraktiver gestalten, ohne die Gesamtrendite zu verändern.
Bei Zustimmung der Aktionäre würde die neue Dividendenstruktur zu derselben monatlichen Gesamtausschüttung führen, jedoch aufgeteilt in zwei Raten. Anstatt beispielsweise einmal monatlich 1 US-Dollar zu erhalten, würden die Anleger zweimal monatlich 50 Cent erhalten.
Es wird erwartet, dass der Vorschlag ab Ende April zur Abstimmung kommt und die endgültige Entscheidung auf der jährlichen Hauptversammlung des Unternehmens am 8. Juni fallen wird.
Investoren beobachten nun genau, ob STRC zum primären Finanzierungsmechanismus für zukünftige Bitcoin-Käufe wird. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit zur Finanzierung seiner Strategie auf Aktienemissionen gesetzt, doch das Modell der Vorzugsaktien könnte eine stabilere und besser planbare Kapitalquelle darstellen.
Die Aktienperformance von Strategy spiegelt ein wiedererwachtes Vertrauen wider. Die Aktien legten seit Jahresbeginn um fast 10 % zu und übertrafen damit den breiter gefassten S&P 500-Index, obwohl sie sich noch nicht vollständig von den Rückgängen des Vorjahres erholt haben.
Die derzeitige Kaufpause bei Bitcoin scheint eher ein taktischer Schachzug als ein strategischer Rückzug zu sein. Angesichts der bevorstehenden Gewinnveröffentlichung und einer geplanten größeren Umstrukturierung der Finanzierungsstruktur tritt das Unternehmen in eine entscheidende Phase ein, die maßgeblich beeinflussen könnte, wie es seine bereits massiven Bitcoin-Bestände weiter ausbaut.
Strategy hält vorerst unbeirrt an seinem Bitcoin-fokussierten Ansatz fest. Die entscheidende Frage ist nicht, ob das Unternehmen weiterhin Bitcoin kaufen wird, sondern wie es die nächste Phase seiner Akkumulation finanzieren wird.
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