Die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde (SEC) hat die Verordnung E-Delivery vorgeschlagen, einen neuen Rahmen, der die elektronische Zustellung zum Standardverfahren für die Bereitstellung von regulatorischen Dokumenten an Anleger machen soll. Der Vorschlag zielt darauf ab, den bisherigen, auf Leitlinien basierenden Ansatz der SEC zu ersetzen und einheitliche Regeln für die elektronische Kommunikation gemäß den US-amerikanischen Wertpapiergesetzen zu etablieren.
Sollte die Verordnung verabschiedet werden, könnten Emittenten, Broker, Anlageberater, registrierte Fonds, Transferagenten und andere Marktteilnehmer die erforderlichen Offenlegungen elektronisch übermitteln, ohne zuvor die ausdrückliche Zustimmung der Anleger einholen zu müssen. Anleger hätten jedoch weiterhin die Möglichkeit, kostenlos Papierkopien zu erhalten.
Wichtige Erkenntnisse
Die SEC hat die Verordnung E-Delivery vorgeschlagen, um die elektronische Kommunikation zur Standardmethode für die Zustellung von Regulierungsdokumenten an Investoren zu machen.
Der Vorschlag sieht vor, den bisherigen, auf Leitlinien basierenden Rahmen der Behörde durch einen formalen, regelbasierten Ansatz zu ersetzen.
Anleger hätten weiterhin das Recht, auf die elektronische Zustellung zu verzichten und kostenlos Papierkopien anzufordern.
Die Regelung umfasst ein breites Spektrum an SEC-Offenlegungspflichten, darunter Prospekte, Stimmrechtsvollmachten, Aktionärsberichte und Handelsbestätigungen.
Die SEC hat eine 60-tägige Frist für öffentliche Stellungnahmen eröffnet, bevor sie über die Annahme des Vorschlags entscheidet.
Die SEC modernisiert die Investorenkommunikation
Die SEC erklärte, der Vorschlag spiegele die veränderten Kommunikations- und Informationsgewohnheiten von Investoren und Finanzinstituten wider. Da immer mehr Finanzdienstleistungen online verlagert werden, ist die Behörde überzeugt, dass die elektronische Übermittlung einen schnelleren Zugriff auf wichtige Informationen ermöglicht und gleichzeitig die Kosten für Druck, Versand und Papierbearbeitung reduziert.
SEC-Vorsitzender Paul S. Atkins bezeichnete den Vorschlag als einen bedeutenden Schritt zur Modernisierung Wertpapiervorschriften für die heutigen Finanzmärkte.
Laut Atkins würde die Einführung der elektronischen Zustellung als Standard dazu beitragen, die Art und Weise, wie Anleger Informationen erhalten, zu modernisieren. Er fügte hinzu, dass papierbasierte Kommunikation in einem von künstlicher Intelligenz geprägten Zeitalter nicht länger der Standard sein sollte. blockchain Technologie.
Umfangreiches Spektrum an regulatorischen Dokumenten enthalten
Die Verordnung zur elektronischen Zustellung würde für viele der Dokumente gelten, die Anleger regelmäßig gemäß den US-amerikanischen Wertpapiergesetzen erhalten.
Diese umfassen:
Prospekte für Aktiengesellschaften und Investmentfonds.
Jährliche und halbjährliche Aktionärsberichte.
Proxy-Erklärungen.
Handelsbestätigungen.
Formular CRS-Offenlegungen.
Formular ADV Teil 2 Broschüren.
Datenschutzhinweise und andere erforderliche behördliche Mitteilungen.
Die SEC ist der Ansicht, dass die elektronische Übermittlung die Interaktion von Anlegern mit Offenlegungen verbessern kann, indem sie den Zugriff auf Informationen, deren Suche, Speicherung und Überprüfung erleichtert und gleichzeitig die Möglichkeit erhält, bei Bedarf Papierdokumente zu erhalten.
Zwei genehmigte Methoden der elektronischen Zustellung
Die vorgeschlagene Verordnung sieht zwei Methoden zur elektronischen Übermittlung von Informationen vor.
Die erste Möglichkeit ist die direkte elektronische Zustellung., wodurch Unternehmen Dokumente direkt über E-Mail-Anhänge, eingebettete Dateien oder ähnliche elektronische Formate versenden können, sofern die Materialien keine sensiblen persönlichen Finanzinformationen enthalten.
Die zweite Methode ist eine Verfügbarkeitsmitteilung, die Anleger darüber informiert, dass Dokumente über eine sichere Website verfügbar sind. Diese Methode ist für Materialien mit persönlichen Finanzinformationen vorgesehen und erfordert entsprechende Sicherheitsmaßnahmen, bevor der Zugriff gewährt wird.
Der Vorschlag sieht außerdem vor, die derzeitige papierbasierte Benachrichtigung über die Verfügbarkeit von Stimmrechtsunterlagen im Internet durch elektronische Benachrichtigungen zu ersetzen, die den Anlegern direkte Links zu den entsprechenden Dokumenten bieten.
Anlegerwahl und Verbraucherschutz
Obwohl die elektronische Zustellung zur Standardoption werden soll, betonte die SEC, dass die Wahlfreiheit der Anleger ein zentraler Bestandteil des Vorschlags bleibt.
Firmen wären verpflichtet um ihre Vorgehensweise bei der elektronischen Zustellung transparent zu machen, den Anlegern jederzeit die Möglichkeit zum Widerspruch zu geben, auf Anfrage kostenlos Papierkopien bereitzustellen, Systeme zur Identifizierung fehlgeschlagener elektronischer Zustellungen zu unterhalten und sicherzustellen, dass elektronisch zugestellte Dokumente über zuverlässige Online-Plattformen zugänglich bleiben.
Für Anleger, die derzeit Mitteilungen in Papierform erhalten, erfolgt die Umstellung nicht automatisch. Die Unternehmen würden zunächst zwei Benachrichtigungen in Papierform versenden, in denen die bevorstehende Änderung, das Recht des Anlegers auf den weiteren Erhalt von Papierdokumenten und die Schritte zum Widerspruch gegen die elektronische Zustellung erläutert werden.
Die öffentliche Kommentierungsphase ist eröffnet.
Die SEC hat nach Veröffentlichung des Vorschlags eine 60-tägige Frist für öffentliche Stellungnahmen eröffnet. Federal RegisterWährend dieses Zeitraums können Investoren, Finanzinstitute und andere Interessengruppen Feedback abgeben, bevor die Kommission über die Annahme des neuen Rahmens entscheidet.
Fazit
Die Verordnung zur elektronischen Übermittlung von Informationspflichten (Regulation E-Delivery) stellt eine der bedeutendsten Maßnahmen der SEC zur Modernisierung der Anlegerkommunikation in den letzten Jahren dar. Durch die Ablösung des bisherigen leitlinienbasierten Ansatzes durch einen formalen Regulierungsrahmen will die Kommission die Übermittlung der vorgeschriebenen Offenlegungen vereinfachen und gleichzeitig die Betriebskosten im gesamten Finanzdienstleistungssektor senken.
Sollte der Vorschlag angenommen werden, würde die elektronische Zustellung zum Standard für regulatorische Mitteilungen, ohne dass Anleger weiterhin Papierkopien erhalten können. Der Rahmen trägt zudem der wachsenden Bedeutung digitaler Technologien auf den Finanzmärkten Rechnung und könnte die Art und Weise, wie Millionen von Anlegern in den kommenden Jahren auf wichtige Wertpapierinformationen zugreifen, grundlegend verändern.
Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Handels- oder Anlageberatung dar. Nichts hierin ist als Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung zu verstehen. Der Handel mit oder die Investition in Kryptowährungen birgt ein erhebliches Risiko finanzieller Verluste. Treffen Sie stets eine sorgfältige Prüfung, bevor Sie Handels- oder Anlageentscheidungen treffen.