Die australische Wertpapier- und Investitionskommission (ASIC) strebt rechtliche Schritte gegen ASX Limited an, den größten Börsenbetreiber des Landes. ASX soll irreführende Aussagen über ein Blockchain-Projekt gemacht haben, das als Ersatz für das alte System zur Verwaltung von Aktienbeständen und Abwicklung geplant war, so die ASIC.
In einer kürzlich veröffentlichten Stellungnahme wies die Wertpapieraufsichtsbehörde auf zahlreiche Unstimmigkeiten in einigen Ankündigungen der ASX vom Februar 2022 zu dem angeblichen Projekt hin. Die Kommission beanstandete insbesondere eine Passage, in der die ASX behauptete, ausreichend Fortschritte erzielt zu haben, um ein Börsendebüt im April 2023 zu gewährleisten. Ein Auszug aus der Stellungnahme der Aufsichtsbehörde lautet:
„ASIC behauptet, diese Darstellungen seien irreführend und täuschend gewesen, weil das Projekt zum Zeitpunkt der Ankündigungen nicht nach Plan verlief und ASX keine vernünftige Grundlage hatte, um anzunehmen, dass das Projekt auf Kurs sei, um zukünftige Meilensteine zu erreichen.“
Unterdessen plante ASX ursprünglich, dass das Projekt das Clearing House Electronic Subregister System (CHESS) ersetzen sollte. Alle Bemühungen um dieses Ziel wurden jedoch im November 2022 vorzeitig beendet. Dies geschah, nachdem Accenture das Design des Systems überprüft und festgestellt hatte, dass es in vielen Bereichen Mängel aufwies.
Bemerkenswerterweise gab die ASX jedoch nie bekannt, dass sie das Projekt vollständig einstellen würde. Vielmehr teilte die Börse mit, dass sie das Projekt pausiere und damals Kosten in Höhe von 250 Millionen australischen Dollar verbuchte.
Wie dem auch sei, die ASIC ist davon überzeugt, dass die Unfähigkeit des Projekts, seinen Versprechen treu zu bleiben, weitreichende Auswirkungen auf die australischen Finanzmärkte hatte. Joe Longo, der Vorsitzende der Kommission, gab hierzu eine Stellungnahme ab:
„Unternehmen und Marktteilnehmer verlassen sich bei ihren eigenen Entscheidungen und Investitionen auf die Aussagen der ASX zu ihren Geschäftstätigkeiten.“
ASX antwortet
Interessanterweise hat die ASX nun offiziell auf die Klage der ASIC reagiert. Das Unternehmen bestätigte , dass die Aufsichtsbehörde Feststellungsurteile, mögliche Geldstrafen, eine Anordnung zur Veröffentlichung von Informationen und die Übernahme der Kosten fordert. Die ASX bestätigte außerdem, weiterhin wie bisher mit den Untersuchungen der ASIC zu kooperieren. Derzeit prüft die ASX jedoch sorgfältig die von der Aufsichtsbehörde erhobenen Vorwürfe.
Zum Redaktionsschluss schloss der Aktienkurs der ASX mit einem Minus von 3.67 % bei 63.45 australischen Dollar.
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